Mexiko

Mi Querido México

Lang lang ist's her... Am Freitag, den 25. Juli 2008 ging es für mich das erste Mal auf groooße Reise. Mein Auslandssemester stand vor der Tür, und es ging auf nach Mexiko!

Das halbe Jahr ging schnell - viel zu schnell - vorbei und ist nun auch schon wieder eine ganze Weile her. Doch von Costa Rica aus nur noch ein Katzensprung (5 Stunden Flug sind doch ein Katzensprung, oder?), heißt es bald auf ein Neues: ¡Viva México! Vom 26. September bis zum 02. Oktober 2010 gibt es ein Wiedersehen mit und in Guadalajara.

Auf dieser Seite findest Du also alte wie auch (bald) neue Reiseberichte aus der fernen Nähe.


Und nun auch gleich der erste Bericht, sozusagen live aus Mexiko (nur etwas verspätet, da fast zwei Jahre alt)

2008

03.08.2008, irgendwann spätabends in Guadalajara...
Sombreros, Tequila und mehr – ¡Buenos Días Guadalajara!


Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, nicht alle Mexikaner laufen mit einem Sombrero auf dem Kopf und einer Gitarre in der Hand durch die Straßen. Doch es kann durchaus vorkommen, dass einem ein solcher begegnet. So beispielsweise auf einer normalen Busfahrt, bei der man dann durch Gitarrenmusik und Gesang unterhalten wird.

A propos Busfahrt – die deutsche Pünktlichkeit hilft einem hier nicht weiter. Es ist nicht so, dass man auf den Busplan schaut, an die Haltestelle geht, sich aufregt, weil der Bus schon wieder zwei Minuten Verspätung hat und dann aussteigt, nachdem die jeweilige Haltestelle angesagt wurde. Nein, hier sollte man wissen, wo der Bus hält, sich dann an die Straße, unter den Baum oder, in den wenigen Fällen, in denen es vorhanden ist, an das Bushäuschen stellen. Dann kann man nur hoffen, der richtige Bus möge möglichst bald kommen. Einmal eingestiegen, sollte man wissen, wo man wieder aussteigen muss, denn die Haltestellen werden nicht angekündigt und sind – mangels Schilder – meist auch nicht sichtbar. So wurde aus meiner Fahrt zur Shopping Mall ganz schnell eine Fahrt in die Stadtmitte. Dort war es aber auch schön.

So locker und unpünktlich die Mexikaner einerseits sind, so streng und vielfältig sind die Regeln der Universität hier. Es gibt Bestimmungen für alles, für die Benutzung des Schwimmbads, des Fitnessraums sowie bezüglich der Rechte und Pflichten der Studenten. Sobald man ankommt, und keinen Studentenausweis besitzt, muss man sich in eine Liste eintragen, inklusive Uhrzeit. Beim Verlassen des Geländes wird in dieselbe Liste die Uhrzeit eingetragen, zu der man das Gelände wieder verlassen hat. Darüber hinaus kann man auf dem Campus allerdings sehr gut entspannen (s. Foto links unten) – bisher haben aber auch die Vorlesungen noch nicht angefangen.
Daher fühle ich mich bisher auch noch wie im Urlaub, mit Ausflügen ins Stadtzentrum inklusive Touristenführer sowie der Besichtigung einer Tequilafabrik – natürlich mit Kostprobe!

Einige Tequilas und Vorlesungen später wird es also wieder Neuigkeiten aus Mexiko geben. Und bis dahin… ¡Adiós y hasta luego!




...die Anfänge eines guten Tequilas


Und gleich der Zweite hinterher... Mein Versuch "Death By Chocolate", den mörderischsten Schokokuchen der Welt, nachzubacken. Und wie immer: Danke an Ben für dieses unwiderstehliche Rezept! (wer auch mal nachbacken möchte... bald gibt's auch die Rezepte-Rubrik) Und jetzt meine Nachricht an Ben, nachdem ich den Kuchen gebacken hatte.

19.08.2008

Kuchen backen & Einkaufen auf Mexikanisch

So, der Kuchen ist im Ofen! Ich hoffe, er wird gut. Meine Güte, war das lustig: 1. Wir haben kein Backblech. 2. Wir haben keine Küchenwaage, 3. Wir haben keinen Schneebesen, 4. Wir haben kein Backpapier.
Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch:
 1. Der Kuchen bruzzelt grad in einer Pfanne und einer Springform ohne Spring vor sich hin
2. Frei nach Schnauze tuts ja auch :)
3. Ja, man kann Zucker und Eier auch mit einer Nudelzange schaumig schlagen
4. Wie gut, dass ich Butter da hatte, was mich gleich zum nächsten Problem, 5. wir haben keinen Pinsel, brachte. Und da wir letztens schonmal gekocht haben, hatte ich auch Paniermehl (oder eher, Panier-Cornflakes-Brösel) da.
5. Butter lässt sich auch mit einem Messer bzw. auf Teflonboden mit nem Plastiklöffel verteilen :)

(Der Kuchen hat übrigens trotz der ganzen Hindernisse gut geschmeckt!)


Und übrigens: In Mexiko ist es nicht üblich, seinen Einkaufswagen einfach am Rand des Ganges stehen zu lassen. Wenn man dann wieder kommt ist nämlich der halbe Wagen einfach LEER! Erst dachte ich: Super, jetzt wirste hier schon beim einkaufen beklaut. Dann bin ich also zur Gemüseabteilung, um mir meine Zucchinis neu in den Wagen zu legen, da kam dann raus, dass die Mitarbeiter die frischen Sachen aus dem Wagen wieder rausgenommen hatten, weil sie dachten, er stünde herrenlos da herum... Tat er ja auch, nur war ich ja nicht ganz weg. Naja, andere Länder, andere Sitten, sag ich da nur.


03.09.2008

Nach dem Kuchenbacken nun das Wasserschippen
Oder: Die kleinen Abenteuer des mexikanischen Alltags

Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass die Straßen hier bei Regen sehr schnell überschwemmt sind, und dass die Mexikaner für deutsche Aquaplaning-Gefahr wahrscheinlich nicht mehr als ein Schmunzeln übrig hätten. Doch dass das Wasser so hoch steigt, dass es unsere Einfahrt überschwemmt, war auch mir neu. Aber der Regen ließ schon etwas nach, sodass ich die Gefahr, das Wasser könne über die Schwelle unserer Tür treten, eigentlich gebannt sah.

Doch auf einmal hörte ich nur einen Brüll von meinem Mitbewohner, der sich im Erdgeschoss befand. Als ich die Treppe runterkam, sah ich auch, weshalb: Anscheinend war draußen ein Bus vorbei gefahren, oder eher geschwommen, und hatte das Wasser so in Wallung gebracht, dass es durch unsere ebenerdig liegende Tür, die nicht ganz bis auf den Boden schließt, hindurch gekommen war. So stand nun also unser halbes Erdgeschoss unter Wasser, und wir verbrachten den Abend damit, das Wasser irgendwie wieder nach draußen zu befördern und gleichzeitig zu verhindern, dass neues herein kam.

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